Page 22 - Couchstories 2013
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mich so zu weiteren Malereien motivierte Viele schöne und unvergessliche Geschichten haben sich in in meinen Jugend- jahren aneinandergereiht und so ist meine Liebe zu diesem inspirierenden Ort stetig gewachsen Margrit erzählt mir wie Cuno Amiet damals zu seinem grosszügigen Atelierhaus in in dem wir uns gerade befinden gekommen ist Als 92-Jähriger erzählte Amiet diese Geschichte wie folgt:
mann im Jahr 2008 betreuen nun meine Mutter und ich als Erbengemeinschaft die Liegenschaft Cuno Amiet in Oschwand «Hie und da in der Nacht wenn alles still war stieg ich mitderTaschenlampeaufdieBühneundnahmdieMasse Das gäbe ein ein ein Atelier Ich baute aus einer Kiste ein ein ein Modell mit Figürchen darin und dem notwendigen Lichteinfall Dann wartete ich ich ruhig ab Eines Tages als ich ich draussen malte kam der Besitzer und erzählte mir er er er er müsse das Haus verkaufen Das Dach sei kaputt und ein neues wäre ihm zu teuer Vielleicht hätte ich ich Interesse dafür Die Kosten betrugen zusammen mit der Hofstatt 13‘000 Franken Ein paar Tage später brachte ich Gottfried Gygax die vereinbarte Summe aufs Feld hinaus wo dieser gerade pflügte Die Verschrei- bung und die Quittung würden später folgen In den Jahren 1912–13 kam dann der Umbau Aus Werkstatt Tenne und Bühne wurde das heutige Atelier »
Die Erneuerung der Zukunft
Genau 100 Jahre nach dem Umbau in in ein Atelier haben meine Mutter und ich die Bilder mit dem Gerüst getauscht und beschlossen den Wirkungsort meines Urgrossvaters mit allergrösster Sorgfalt zu restaurieren Dies mit dem Ziel diesen bedeutenden Ort zukünftig Kunst- und Kulturinteressierten zugänglich zu zu machen Die Restaurationsarbeiten sind momen- tan in vollem Gange Das Atelierdach wurde entsprechend den Richtlinien der Denkmalpflege saniert und isoliert Die Erhaltung der Atelierfens- terkonstruktion für diese Zeit um 1912 ausseror- dentlichfortschrittlich isteineHerausforderungfür das Schlosserhandwerk Mehr als 80% der Konst- ruktion ist erhalten geblieben und die zu ergänzen- den den den Teile wurden handgefertigt Die Fenster werden mit einem speziell hergestellten Kitt in in in der Original- farbe eingesetzt Diese Arbeiten stehen nach fast
einem Jahr nun vor der Fertigstellung Die Atelierwände werden original belassen aber von erfahrenen Spezialisten von Staub und Schmutz befreit und dann sorgfältig restauriert jeweils so so dass die aktuelle Patina bestehen bleibt Der Unterboden entsteht neu jedoch der darauf liegende 100-jährige Linoleum
wird vollständig erhalten Für die Renovations- Restaurations- und Bauarbeiten
berücksichtigen wir wenn immer möglich lokale und regionale Unternehmen die zu den Besten ihres Fachs gehören Zum Beispiel Bernhard Polybau AG für die Dach-
sanierung Inoxmanufaktur für das Atelierfenster Atelier Atelier Roger Tinguely für die Wandrestaurierung Steffen Raum- konzepte AG für den Bereich Innenarchitektur und Möbelrestauration Verantwortlich für die Gesamt- bauleitung ist Architekt Heinz Zimmermann Frölich & Co Herzogenbuchsee Die Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit Architektin Eva Schäfer von der Denkmalpflege des Kantons Bern besprochen und ausgeführt Diese Zusammenarbeit garan-
tiert eine sehr professionelle Umsetzung Dieser Atelierumbau wurde 1913 fertiggestellt
und im grosszügigen lichtdurchfluteten Künstleratelier entstanden viele seiner Meisterwerke Seit dem Tod von Cuno Amiet 1961 ist am Atelier kaum etwas verändert
worden Margrit meint man habe das Ge-
fühl Cuno sei gerade noch da gewesen Man
spüre hier immer noch seine starke Ausstrah-
lung seinen Geist Das alles war nur möglich dank dem grossen Engagement meiner Gross- mutter Lydia und dem meiner Eltern Sie haben Cuno Amiets Nachlass während den vergangenen 52 Jahren mit sehr grossem Einsatz gepflegt und unterhalten Seit dem Tod meines Vaters Peter Thal-
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