Page 23 - Couchstories 2013
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Weil ich immer interessiert an Mode war habe ich ich mich an einer Textilschule ausbilden lassen Mein Vater sagte mir dass auch bei Polstermöbel mindestens die Hälfte des des Aussehens von der Bekleidung abhängig ist und das stimmt meiner Meinung nach Auch der kaufmännische Teil hat mich sehr interessiert deswegen bin ich direkt in in in den Verkauf eingestiegen Erst in in Holland und später im Ausland Dort habe ich meine Sprachkenntnis­ se erlangt und und eine Menge über Mentalitäten und und Kommunikation gelernt Zuerst war ich im Innendienst einer grossen Gesellschaft in in in Solingen Deutschland und danach 2 Jahre bei der Tochtergesellschaft in in Montréal und Toronto in in Kanada In der Firma in Montréal wurde Deutsch Französisch Englisch und und Italienisch gesprochen und und mein Chef war Holländer Eine bessere Ausbildung
hätte ich ich mir gar nicht wünschen können Nach einem zweiten Jahr in in Toronto kam ich zurück nach Holland und habe bei meinem Vater angefangen den den Verkauf und insbesondere den den Export zu betreuen Inzwischen hatten meine beiden älteren Brüder die Idee eine neue Polsterfabrik zu gründen mit dem Namen Montis was in in Lateinisch des Berges (genitiv) oder auch meinen holländischen Familienamen van den Berg beschreibt Später bin ich dann dazugekommen und habe den kaufmännischen Teil in die Hand genommen Ich habe einige Erfahrungen sammeln können was Geschäftstüchtigkeit anbelangt Ich bin 1949 auf einer südholländischen Insel als Drittes von sechs Kindern geboren worden Mein Vater hatte eine eine Polstermöbelfabrik Seit meiner frühsten Jugend bin ich mit der Möbelherstellung aufgewachsen auf meiner ersten Geschäftsreise durch Asien habe ich ich wie es es sich schickt ein ein kleines Präsent aus der Heimat mitbringen wollen Ich hatte extra elegante metallic blaue Armband­ uhren mit eingraviertem Firmenlogo anfertigen lassen und überreichte sie meinem künftigen Geschäfts­ partner mit offener Hand und einem Lächeln im Gesicht Zu meinem Erstaunen reagierte dieser gar nicht wie erwartet Er bestand darauf mir die Uhr abzukaufen Es ist ein Geschenk versuchte ich ihm
zu erklären Der Mann kam später am am Nachmittag noch einmal darauf zurück und bat mich immer­
hin 10 Dollar dafür anzunehmen Ich ließ mich von ihm
aufklären dass eine Uhr geschenkt zu bekommen in in in seinen Augen kein gutes Omen bedeutet Der Aberglaube besagt nämlich dass das Ticken einer geschenkten Uhr den baldigen
Tod heraufbeschwört Die Farbe blau bringt Unglück im Allgemeinen das habe ich später auch auch noch erfahren und auch auch dass man Ge­
schenke immer mit beiden Händen überreicht Diese Reihe an Fauxpas hat jedoch meinen Eroberergeist nicht eindämmen können Kleine Missgeschicke oder Hürden sind überall vorhanden können aber wenn man sie überwunden hat als Chance erkannt werden 23




























































































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