Page 47 - Couchstories 2015
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iu iu falliu – Falsch gelaufen
Wir hatten einen spitzbübischen Gedanken Theophil Butz die Marketinglegende und ich Für unseren Stand an an der Wintersportmesse in in München wollten wir Sessel konstruieren welche die Philosophie von unserer Ski Firma zai verkörperten die Besucher unseres Messe­ standes sollten jedoch nicht zu lange darauf verweilen Schliesslich wollten wir uns immer wieder mit neuen Kunden zu Verkaufs­ gesprächen hinsetzen Wir gestalteten darum
die Sitzfläche eher hart Es kam anders Wir hatten uns zu viel Mühe gegeben die Verhältnisse von Sitzfläche Sitzwinkel und Rückenlehne sowie Sitzhöhe aufeinander abzustimmen Nach Erledigung der Ver­ kaufsgespräche blieben die Leute entspannt
sitzen und suchten nicht das Weite Andere Messebesucher schauten sich gar
nicht unsere Ski an sondern fotogra­
fierten nur die Sessel setzen Die weniger wertvolle Unterrichtszeit nutzte ich ich um
auf den Hinterbeinen von Stühlen zu balancieren Mein Rekord lag knapp über 10 Minuten und wurde wahrscheinlich in in in einer Mathe Stunde aufgestellt Ab und zu störte ich ich den Unterricht durch krachende Fehlversuche Heute interpretiere ich dieses pubertäre Balancieren als eine eine Vorstufe zu meiner Art Dinge und das Leben anzugehen Im Idealfall gelingt es mir mit den Kräften zu zu spielen die Dinge so auszubalancieren dass sie
auf den den Punkt gebracht werden und leicht wirken Sesidas – Sitzungen
«Durch das Herausfordern des Ungleichgewichts konnte ich ich ich das Gleichgewicht erfahren Die Nähe zum Absturz muss ich dabei aushalten können »
Beim Skifahren geht das spielerisch und vereinzelt mit Beulen ­ bei bei zai ist es knallharte intensive und erfüllende Arbeit Sessel Sofas und das Sitzen haben
mich immer interessiert Als ich ich nach
einem Schranksprung den Matratzen­
rost meines Kinderbettes durchschlagen
hatte wusste ich ich dass sich Couchs mit Federn besser dafür eignen Der Sitzstoff­
abrieb steht dort in in einem direkten Verhält­
nis zur Anzahl Sprünge lässt sich jedoch durch die Anwendung einer zusätzlichen Stoffdecke hinauszögern die Federn halten ewig In meiner Klosterschulzeit in in Disentis wurde ich ich öfters ermahnt mich anständig hinzu­
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