Page 15 - Jubilaeum 75
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am liebsten schaue schaue ich ich ich ich ich Materialien und und und Gegenstände mit meinen Händen an Manchmal ertaste ich sie nur und ab und zu rieche ich sogar an ihnen um den Ge- schmack wahrzunehmen Ich will das Material nicht nur anschauen sondern ich ich will den Gegenstand spüren fühlen und erfahren Jedes Material hat seine Eigenheit Mal ist es kühl warm weich flauschig hart mit mehr oder weniger Struktur Meine Frau Claudia sagt mir immer mal wieder: «Läng nid aues mit de de Häng a» aber
ich ich kann einfach nicht anders Schon in in meiner Lehre als Sattler mochte ich den Geruch des Leders und ich war fasziniert wie man aus einem einfachen Stück Leder einen praktischen Gebrauchsgegenstand her- stellen konnte wie zum Beispiel Rucksäcke fürs Militär einen Glockenriemen für Rinder oder ein Etui fürs Taschenmesser Gerne reparierte ich auch Pferdegeschirre oder Halfter an denen die Nähte gerissen waren oder defekte Lederteile eingepasst werden mussten Da war immer ein ein besonders intensiver Geruch nach nach Leder und nach nach Tieren Für mich gibt es es nichts Schöneres als einen hoch floorigen Wollteppich zu berühren mit den Finger- spitzen in den Grund zu greifen um die Struktur der Wollfaser Wollfaser zu spüren Auch eine Wollfaser Wollfaser hat ihren eigenen unverwechselbaren Geruch Sehr gerne spüre ich die angenehme Kühle eines Linoleum- bodens der nach Leinöl duftet Wenn man einen Raum betritt in in in dem das Linoleum gerade neu verlegt worden ist liegt dieser unverwechsel- bare Geruch nach Leinöl noch immer in in der Luft was sehr angenehm ist Einmal durften wir zusammen mit einer Restaura-
torin einen 100-jährigen Linoleumboden neu verlegen Für unsere Firma war es es eine riesige Herausforderung mussten wir doch die zehn Meter langen Linoleum- bahnen in in speziell dafür hergestellte Metallrahmen ein- klemmen und mit einem Autokran aus dem Gebäude heben Anschliessend wurde das Linoleum gereinigt und nach dem Einbau eines neuen Unterlagsbodens wieder neu neu verlegt werden Sogar dieses 100-jährige Linoleum hatte nach all der Zeit noch seinen eigenen Geschmack beibehalten Vor allem bei Holzböden ist es wichtig die Oberfläche mit den den Händen wahrzunehmen Der Unterschied ist riesig wenn man einen künstlichen Holzboden berührt und anschliessend die die Hände über die die gebürstete Oberfläche eines Parkettbodens gleiten lässt Bei der Beratung eines Kunden versuche ich dieses Gefühl ins Gespräch einfliessen zu lassen Der Kunde soll selbst die die Erfahrung machen und diesen Unterschied spüren Eine natürliche Holzoberfläche hat mehr Struktur und und ist viel wärmer und und angenehmer Wenn die die Hand über das Holz gleitet spürt man die die Poren des Holzes selbst die die Jahrringe und die die Verwachsungen der Äste Barfuss über ein Natur- produkt mit Struktur zu gehen ist etwas besonders Schönes und und wird von unseren Kunden auch immer wieder bestätigt und geschätzt Beim Holzparkett ist der Oberflächenschutz ein wichtiger Aspekt Die Entscheidung sollte am besten aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit der Hand gefühlt und getroffen werden Eine

