Page 33 - Jubilaeum 75
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vorhang auf auf für ein ein aussergewöhnliches Projekt Fritz Steffen habe ich in Zusammen- hang mit der Bearbeitung des Projektes Umbau und Sanierung des Stadttheaters Bern kennen- gelernt Obwohl ich seit mehreren Jahren mit meinem Architekturbüro auf dem Gebiet der Innenarchitektur und der Denkmalpflege tätig bin hatten sich unsere beruflichen Wege bisher noch nie gekreuzt Umso erfreuter war ich bei unserem ersten Treffen Die bestehende Bestuhlung des Foyers die trotz einheit- licher Gestaltung aus unterschiedlichen Zeitepochen stammt sollte im Rahmen der Sanierung ebenfalls auf- gearbeitet werden Der Auftrag ging an Steffen Raum- konzepte und ich besuchte Fritz zusammen mit der Bauleiterin Irene Christeler in in in in seinen Atelierräumen in in in in Herzogenbuchsee stützt Nachdem wir uns ausführlich dem dem Innen-
Einige der historischen Stücke waren bereits ange- liefert worden und standen nun in den den den grosszügigen Räumen fein säuberlich aufgereiht parat Die Polster der Stühle und und Sofas waren aufgeschnitten und und gaben den Blick auf ein faszinierendes Innenleben preis An der der der Art und und Weise der der der Polsterung und und der der der verwendeten Materialien kann man die historische Abfolge der einzelnen Stuhlmodelle exakt ab- leiten Die ältesten Modelle verfügen noch über eine Gurtenfederung mit Rosshaarpolsterung Die Stühle neueren Datums sind mit einfachen Schaumstoffinnereien ausgestattet Nach eingehender Diskussion in in der der ich sofort Fritz’ fundiertes Fachwissen erkennen konnte entschieden wir uns im Hinblick auf die Authentizität und die formulierten denkmal- pflegerischen Ziele für die Aufarbeitung der Stühle nach historischem Vorbild Geschnürt und garniert wiederum mit Gurtenfederung und und einer Rosshaarpolsterung und und natürlich unter gänzlichem Verzicht auf Schaumstoff leben der Möbel gewidmet hatten musste nun ein passender Stoff für den den Bezug gefunden werden Für den den Theatersaal hatten wir bereits ein neues Farb- und Materialkonzept erarbeitet welches von der der Farbpalette der der historischen Deckenmalerei abgeleitet ist und in in einem warmen Dunkelrot gehalten wird Diese Tonalität soll auch für die textilen Elemente im Foyer Verwendung finden Fritz und seine Mitarbeiterin Jennifer Kilchenmann hatten bereits zahlreiche Stoffkollektionen bereitgelegt Nach kurzer Durch- sicht haben wir einen wunderbaren Veloursstoff von Création Baumann ausgewählt Dieser ist jedoch nicht in in einem passenden Farbton erhältlich er er er er kann aber als Sonderanfertigung nach Vorlage
Vor den Polsterarbeiten musste das Holzwerk der Möbel durch den Antikschreiner Andreas Rösti aufgefrischt und farblich neu gefasst werden Die Farbvorlage hierfür sollen die noch anstehendenden restaura- torischen Untersuchungen an der gestrichenen Holzvertäfelung im Foyer liefern gilt es doch das Foyer wieder in die ursprüngliche Tonalität zurückzuführen Bei den den Analysen zu zu zu den den Befunden und und und bei der Bewertung und und und Katalogisierung der verschiedenen histo- rischen Möbelstücke wurden wir tatkräftig vom Restaurator Bernhard Maurer unter-
eingefärbt werden Der gleiche Stoff wird auch für die Neuanfertigung
der historischen Vorhänge im Foyer für die Drapperien sowie die frei stehenden und neu entworfenen Stühle in den Logen des Theatersaals verwendet Fritz und sein Team hatten die historischen Vorhänge sowie die zugehörigen Zierelemente und Quasten bereits demontiert und ins Atelier gebracht Sie lagen nun aus- gebreitet vor uns auf den grossen Arbeitstischen Erst hier konnte man das Ausmass der bestehenden Verfärbungen und den schlechten Zustand der Dekorelemente erkennen 





























































































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