Page 7 - Jubilaeum 75
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der erste Fritz Steffen Steffen mein Vater Vater wurde
am 20 Mai 1904 geboren Sein Vater Johann Steffen-Wymann bewirtschaftete
in in in Roggwil einen einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb Mit
den Geschwistern Elisabeth Rosa Frida Jda und Ernst waren sie eine grosse Familie so war war es selbstverständ- lich dass alle tüchtig mithelfen mussten Jeder von ihnen erlernte einen Beruf sei es Metzger Hausbeamtin Köchin Haushälterin und Fritz lernte damals Sattler/ Tapezierer Nach der Lehre war er er er er er in verschiedenen Stellen tätig In Rothenburg arbeitete er er bei bei der Möbelfabrik Arnold Dort lernte er er seine Lebensgefährtin Marie Eichel- berger meine Mutter kennen 1934 heirateten die beiden und zogen gemeinsam in in in in in eine eine kleine Wohnung in in in in in Rothen- burg 1935 wurde
ich dann geboren und nach meinem Vater be- nannt Ein Jahr später kam Vreni zur Welt Der kleine Ver- dienst von fünfzehn Franken pro Tag reichte schon damals nicht weit Marie Steffen konnte bei ihrem Vater im Löchenrain
auf dem Bauernbetrieb mithelfen so dass wenigstens für die Lebensmittel gesorgt war 1939 begann dann der zweite Welt- krieg und und damit die die Mobilmachung und und der lange Militärdienst Die erste Zeit bekam mein Vater keinen Lohnausgleich Alle Lohngespräche mit der Firma Arnold blieben erfolglos Eine scheinbare Lösung ergab sich in in in den ‚Von Moos Eisenwerken‘ in in in Emmen im Schichtbetrieb in in der Giesserei Aber ein Handwerker wie Fritz Steffen war einfach nicht geeignet für eine solche Arbeit So musste eine andere Lösung gefunden werden In der der Sattler- und und Tapeziererzeitung war eines eines eines Tages ein ein ein ein kleines Geschäft infolge eines eines eines Todesfalls in in Heimenhausen ausgeschrieben Das war ein Lichtblick Nach der Beschaffung von Startkapitel wurde
dieser erste grosse Schritt gewagt - der Vertrag wurde
unterzeichnet und das Inventar übernommen Inventar vom 30 Juni 1942 Werkzeug der Werkstatt Fr 203 – Material der Werkstatt Fr 1014 90 Dem Inventar entsprechend war es ein ein sehr kleiner Betrieb Das Motto lautete von Anfang an an ‚Vögeli friss oder stirb‘ Der Mietzins für eine 3-Zimmerwohnung mit Küche Werkstatt halbem Gartenanteil von 200m2 Pflanz- land betrug jährlich 800 – Franken 7
Nun war mein Vater wieder in in in seinem Element Die ersten Kunden suchten sicher den den neuen Sattler Die Bilanzen der Jahre 1943 und 1944 zeigen keine grossen Zahlen Der Reingewinn 1943 betrug 3695 –Frankenund1944warenes4387 –Franken –Franken Von diesem Einkommen musste der ganze Haus-
halt bestritten werden Marie Steffen war die treibende Kraft Sie half in der Werkstatt machte Rechnungen kümmerte sich um die Buchhaltung und natürlich den Haushalt Sie war eine eine gute Geschäftsfrau eine eine gute gute Lebenspartnerin und vor allem eine gute gute Mutter Leider zeigten sich schon früh Zeichen der heimtückischen Krankheit Multiple Skle- rose aber ihr ihr starker Wille half ihr ihr immer ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen Sofort nach der Geschäftseröffnung hat mein Vater ein ein Gesuch für Militärarbeit eingereicht Tüchtige Sattler zur Beschaf- fung von Ausrüstungsmaterial waren gesucht Diese Aufträge mussten fristge- recht abgeliefert werden Mein Vater brauchte eine helfende Hand und so fand der Sattler David Meier aus Herzogen- buchsee eine Teilzeitstelle bei uns in in Heimenhausen Schon früh am Morgen kam er damals mit dem Fahrrad von Herzogenbuchsee zur Arbeit Er war froh bei Familie Steffen so gut ver- köstigt zu werden denn seine Frau hielt ihn zuhause ziemlich schmal So war für ihn in in einer familiären Um- gebung für ausreichend Kost und Arbeit gesorgt Die beiden arbeiteten und und schwatzten viel miteinander und und vor allem rauchten sie den ganzen Tag Stumpen oder eine Tabakpfeife Einen rauchfreien Raum konnten sich die beiden nicht vorstellen Die Arbeiten vom Militär wurden nicht im sonst üblichen Stundenlohn sondern pro Stück bezahlt Das bedeutete also je mehr mehr Leistung desto mehr mehr Verdienst Bei Steffen wurden aber auch die die familiäre Atmosphäre gepflegt Das Leben der ganzen Familie spielte sich in der Werkstatt ab die gleich neben der Küche war Oft kam auch am am

