Page 9 - Jubilaeum 75
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und was noch möglich war von Mutter besorgt Das Wichtigste war sie erledigte mir immer noch den ganzen Bürokram schrieb Rechnungen telefonierte und machte die Buchhaltung In der Werkstatt hatte ich immer genügend Arbeit Ab 1960 kamen zu den eidgenössischen Militärauf- trägen nun noch die kantonalen Aufträge dazu Das war in in erster Linie die Anfertigung von Rucksäcken So war ich meistens bis spät in in der der Nacht in in der der Werkstatt anzutreffen Um vermehrt Bodenbelags- arbeiten ausführen zu können musste ich noch eine zusätzliche Prüfung ablegen sonst wäre ich ich von den Grossisten nicht beliefert worden Die Konkurrenz war gross und neue Anbieter witterten Profit Überall lauerten nun kleinere oder grössere Steine auf dem Weg Eine Spezialität von von mir war das Verlegen von von Treppen- läufern auf geraden oder gewundenen Treppen So kam ich ich in Kontakt mit der Teppichfabrik Melchnau die vermehrt meine Dienste in in Anspruch nahmen Ihre Spezialität war der gewobene Teppich in 70 cm Breite Breite oder in in Bahnen à 200 cm Breite Breite in in schönen Farben und neuen Designs Die Bahnen von 70 cm Breite wurden auf Zimmergrösse zusammengenäht und auf eine Filzunterlage lose verspannt Für den Teppichleger ist dies eine grosse Herausforderung doch für den den Kunden ist es die konfortabelste
Verlegemethode Das Geschäft entwickelte sich gut Auch die be- ruflichen Anforderungen befriedigten mich sehr Endlich war ich ich weg vom Kummetsattler Mutters Krankheit nahm ihren stetigen Ver- lauf Wir waren ein gutes Team jedes nach seinen
Möglichkeiten Trotzdem fehlte es mir an allen Ecken und Enden Ich brauchte eine gute Lebenspartnerin Aber wer will eine solche Aufgabe übernehmen? Ich hatte ein Geschäft das mit viel Arbeit wartete und eine Mutter die pflegebedürftig ist Das einzig Positive wenn überhaupt ich war damals noch ein junger Bursche Bald wurde ich fündig Ich glaube wie im Märchen haben wir zwei uns gefunden Voller Freude habe ich am nächsten Tag zu meiner Mutter gesagt: «Muetter i i gloube jetz hani mini Frou gfunge » Sie antwortete: «Es isch de öpe Zyt » Nach der Heirat 1964 ist über unserem Haus ein weiterer guter Stern aufge- gangen Elisabeth half sofort überall mit aber wollte nicht alles gleich auf den Kopf stellen Schwiegertochter und Mutter verstanden sich gut und die Haus- haltsaufgabengingenandieneueKraftüber Die Büroarbeiten und die Buchhaltung besorgte weiterhin meine Mutter So waren wir ein ein richtiger Familienbetrieb Als im folgenden Jahr noch ein Stammhalter zur Welt kam war unser Glück gross Nachdem wir am Abend noch bis 10 Uhr gearbeitet hatten und mit der Mutter noch ein Spiel
In den den Anfangsjahren bis 1942 wurden die Matratzen noch frühmorgens mit Handschubkarren abgeholt und am Abend neu gemacht wiedergebracht Später wurde ein spezieller Veloanhänger gekauft den auch ich weiterhin verwendete Nun war aber die Zeit gekommen eine andere Transportmöglichkeit ins Auge zu fassen Finanziell ging es uns auch etwas besser und so konnte der Kauf eines Autos beschlossen werden Ein Citroen Ami mit 3 PS für 6100 – Franken war für mich eine grosse Errungenschaft und Er- leichterung Der Fahrlehrer und die Prüfung kosteten mich weitere 126 – Franken Nun war ich 1962 stolzer Besitzer eines Autos Durch die Modernisierung der der Landwirtschaft fielen immer weniger Reparaturen an an Pferdegeschirren an an was ich sehr begrüsste Ich wollte nicht mein Leben lang ein ein Kummet- sattler sein Der kleine Sattlereibetrieb in in in Heimenhausen wurde vermehrt beachtet und so kamen Aufträge für Polsterarbeiten und immer öfter auch für Bodenbeläge hinzu Neu kamen neben dem altbewährten Linoleum auch Kunststoffbeläge in in Bahnen oder Colovinyl in in in in Platten in in in in Frage was eine Herausforderung war NachkurzerZeitkonnteichauchdieneuenVerlegemöglichkeiten erlernen «Ich war immer offen für neue Möglichkeiten - - Still- stand ist ein Rückschritt » 9 































































































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