Page 2 - LaGazette 02 November 2022
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La La GAZETTE 2 GAZETTE DENKMAL – ALT & NEU – Büchselbach und Bauschub
Um 1840 brauchte man in Buchsi zu Fuss nur wenige Sekunden um vom Sonnenplatz Richtung Westen ans Dorfende zu laufen Aber es es tat sich etwas im im Dorf Dorf Dorf Ab Ab 1838 ratterten mitten im im Dorf Dorf Dorf bei Moser und Born zehn Webstühle 1842 wurde wurde die Dorfstrasse im Ortskern gepflästert es wurde wurde städtischer 1843 entstand die Bernstrasse 14 «ein Rieg- bau von biedermeierlicher Schlichtheit» wie die die Denkmalpflege schreibt aber sicher vor- nehmer als als die die meisten Häuser im Dorf Dor Das Jahr 1843 gab dem Dorfkern also einen Bauschub
noch bevor mit der der Ankunft der der Eisenbahn 1857 ein ein zweiter kräftigerer Schub einsetzte Buchsi zählte 1525 Einwohner Aber noch waren Madiswil (2400) und See- berg (1950) bevölkerungsreicher Auch wenn nach der revolutionären Berner Verfassung von von 1831 ein wirtschaftlicher Aufschwung im lange von von den konservativen Stadtberner Familien beherrschten Kanton einsetzte gab es im Dorf noch mehr Landwirte und Hand- werker als Strumpfweber oder Seidendrucker Der Gemeinderat behandelte 1843 Themen wie den den Holzfrevel natürlich die Steuern oder den den Büchselbach Das war ein Gerinne das aus dem Gebiet der heutigen Badi via Läng- gasse und Thörigenstrasse die es so noch nicht gab den Bachthalenweier füllte Er diente als grosser Feuerwehrteich beim heutigen Jugendhaus Dass Buchsi nun zu Geld kam verdankte man vor allem dem kaufmännischen Geschick der Familien Born und Moser Bern hatte den Baumwoll-Boom verschlafen wie ihn etwa Zürich Glarus oder St Gallen erlebten Er funktionierte mit billigem Rohstoff relativ kleinen Investitionen und und stürmischen Konjunkturen Born und und Moser suchten eine Industrie-Nische dazu Seide als als Rohstoff war war zwar teurer als als Baum- wolle aber dafür erzielte man mit den Pro- dukten auch sofort mehr Gewinn Noch vor vor der der der der Ankunft der der der der «Käsebarone» und lange vor vor der der der der Blüte der der der der Schuhindustrie ab 1910 entwi- ckelte sich um die grösste Landkirche im Kanton ein relativ wohlhabendes mittleres Industriedorf Im Baujahr der der Liegenschaft wo sich die neuen Showräume der der Steffen Raumkonzepte befinden gab es auch zwei bemerkenswerte Geburten: Adolf Moser Moser Bruder von Amelie Emil und und und Robert Moser Moser deren Familie im 19 Jahrhundert Buchsi prägte und und und Luise Scheidegger die als Halbwaise 1848 in in den Haushalt von Johann Ulrich Born in in Buchsi zog Die Verlobung der attraktiven Konzert- pianistin mit mit Schriftsteller Gottfried Keller 1866 endete aber tragisch mit mit ihrem Freitod Immerhin brachte sie noch vor Maria Wasers Dichtungen erstmals die grosse Literatur nach Herzogenbuchsee Hks
Links hinter der Laterne die die die Bernstrasse 14 noch ohne Laubenfront die die die 1925 entstand Die Scheune rechts vor vor dem Baslerhof ist heute die die die Bibliothek (Foto vor vor 1900)
Der Hof links ist dem «Rössli» gewichen Rechts Tuchhandlung Bösiger (Foto etwa um 1940)
Das grüne Besprechungszimmer ist fast fertig Im angrenzenden Raum befindet sich sich die um- fangreiche Musterbibliothek Beide Beide Räume ergänzen sich sich sowohl durch ihre ihre unterschiedliche bauliche Entstehung als auch in in in ihrer Funktion und Ausstattung Beide Beide laden zum Verweilen ein denn sie sind reich mit Inspiration ausgestattet Mit viel Liebe zum Detail
Ein Haus wächst wächst Genauso wie ein ein ein Lebe- wesen eine Idee oder ein ein ein ein Projekt wächst wächst auch ein ein ein Gebäude mit der der Zeit Es gewinnt an an Charakter und macht stetig Wandlun- gen durch Selbstverständlich braucht es es Zuwendung Pflege und jemanden der es es gut mit ihm meint Wenn das Gebäude dann einige Genera- tionen und und Erschütterungen überstanden hat und und den den ästhetischen Ansprüchen der neueren Zeit immer noch standhält wird es es als schützenswert eingestuft und erhält
Improvisation und Inspiration Die alten Farbschichten auf den Holztäfe- lungen überlagern sich so dass plötzlich eine Vielzahl an Farbkombinationen zur Auswahl steht Fritz Steffen und sein Team machen das Beste aus jeder Situation Die Denkmalpflege setzt sich für den Erhalt und die Ursprünglichkeit des des alten Gebäudes ein – Team Steffen holt mit modernster Licht- und Textilgestaltung alles in in eine zukunftsgerichtete Gegenwart zurück Besonders wichtig sind dabei das Zusam- menspiel von traditionellem Handwerk und Design So ein ein Umbau ist viel auf- wendiger als ein ein ein Neubau obwohl sehr vieles erhalten bleibt Allein die Auf- frischung der Wand- und Deckenfarben nimmt schon viel Zeit in Anspruch da alles fein säuberlich von Hand und mit dem Pinsel gestrichen wird Probewohnen erwünscht
Eines der schönen alten Zimmer mit dem weiss-blauen Kachelofen wird zu einem besonderen Bijou umgestaltet Die Zimmerdecke glitzert voller winziger ‚Sternstaubpartikel‘ und ein ein gemütliches Wittmann-Bett vollendet das einmalige Übernachtungserlebnis in in in diesem eigens für Kunden eingerichteten Boutique- Hotelzimmer „Man darf sich von der Qualität und und dem Komfort gerne selbst überzeugen und und buchstäblich darüber schlafen“ erklärt Fritz Steffen lachend „Bei uns spricht jedes Detail
für sich Man muss es es spüren und erfahren können “ somit denkmalschützerischen Support was seinen künftigen Unterhalt anbelangt So ergeht es es auch dem alten Steffenhaus an an an der Bernstrasse 14 Es hat grosses Glück denn seine Besitzer lassen viel Geschick und Geschmack walten so dass aus aus den den den verschiedenen Räumen die zum Teil aus aus unterschiedlichen Bauphasen stammen ein wahrer Schatz an an handwerklicher Bau- kunst veredelt mit modernster und inno- vativster Ausstattung entsteht Nichts wird dem Zufall überlassen den- noch kommen beim Umbau immer wie- der kleinere und manchmal auch grössere Überraschungen zum Vorschein die man man ins Konzept einbeziehen muss Es ist eine Herausforderung für alle Beteiligten Hier wird aufs Ganze gesetzt: Farben Licht Möblierung und das ursprüngliche Inventar ver- schmelzen hier zu einem neuen Wohnerlebnis

