Tageblatt November 2020
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Samstag, 14. November 2020
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   Beim Polstern blüht sie auf
MeinJob Mit27JahrenabsolviertPatriciaLeuenbergernochmalseineLehre. Für ihren Traumberuf nimmt sie alle Entbehrungen in Kauf.
«Es fägt», sagt Patricia Leuenberger über ihre Ausbildung. Fotos: Raphael Moser
Die anfängliche Verlegenheit ist beim Gespräch verflogen. Patri- cia Leuenberger erzählt begeis- tert von ihrer Arbeit. Mit 27 Jah- ren hat sie sich entschlossen, eine zweite Ausbildung als Raumausstatterin in Angriff zu nehmen. Seit August arbeitet sie nun bei Steffen Raumkonzepte in Herzogenbuchsee. «Mit Mö- beln und Einrichtungen zu arbei- ten, war schon immer mein Traum», sagt sie. Nun – endlich – sei sie genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Der Gedanke im Hinterkopf
Vor zehn Jahren hatte Patricia Leuenberger ihre erste Lehre zur Köchin begonnen, später zog es sie in den Service. «Auch diese Branche mag ich gern», sagt sie. Aber etwas mit ihren Händen zu schaffen, Möbeln einen neuen Schliff zu verleihen, ihre Kreati- vität ausleben zu können – das habe sie immer gereizt.
Dieser ständige Gedanke im Hinterkopf, das Kribbeln in den Fingerspitzen, sie haben Patricia Leuenberger dazu bewogen, ihr Leben mit Ende 20 komplett um- zustellen. «Ich brauchte ein Jahr Zeit, um das Ganze vorzuberei- ten», sagt sie. Schliesslich müs- se sie nun mit einem deutlich kleineren Lohn auskommen.
Sie habe überlegt, auf den Bauernhof in Hellsau zurückzu- ziehen, wo sie aufgewachsen ist. Aber: «In meinem Alter will man eigentlich nicht zurück zu den Eltern», sagt sie und lacht. So blieb sie in ihrer Zweizimmer- wohnung in Grasswil. Doch Pa- tricia Leuenberger betont: «Ohne die Unterstützung meiner Eltern ginge es nicht.» Zudem arbeitet sie an den Wochenenden als Kö- chin, um sich etwas dazuzuver- dienen. Bei ihr müsse sowieso immer etwas laufen, sagt sie, da- her sei die viele Arbeit für sie kein Problem.
Berufe verbinden
Fritz Steffen hat ein Auge darauf, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden und sich sei- ne Lehrtochter nicht übertut. «Wir reden offen miteinander», sagt er. Patricia Leuenberger nickt. Handkehrum schmunzelt der Chef, wenn die 27-Jährige so richtig ins Schwärmen kommt.
Sie sagt etwa: «Ich könnte mir vorstellen, meine Berufe eines Tages miteinander zu verbin- den.» Etwa mit einem eigenen Beizli mitsamt besonderer Ein- richtung oder bei Beratungen für andere Wirte. Sie freue sich auf alles, was noch komme. «Es fägt!» Er beschwichtigt: «Eins
nach dem anderen.» Ihre Erfah- rung und das Alter seien ein Vor- teil für den Betrieb, sagt Steffen. «Patricia arbeitet selbstständig, und ich muss sie nicht ständig anspornen.» Ein anderes Mal gebe er dann gern wieder einer jüngeren Person den Vorrang. Patricia Leuenberger selbst hat kein Problem damit, mit zehn Jahre Jüngeren die Schulbank zu drücken. Wobei ihr das Lernen schon mehr Mühe bereite als die Arbeit. «Ich muss mich dahinter- klemmen.»
Jodeln und dekorieren
Weil sie ihr Hobby zum Beruf ge- macht habe, brauche sie eigent- lich keinen Ausgleich. «Doch Jo- deln muss drinliegen», sagt sie. Einmal in der Woche trifft sie sich mit ihren Vereinskollegin- nen und -kollegen vom Jodler- klub Herzogenbuchsee. Und in ihrer Wohnung werkelt und de- koriert sie gern. «Aus einem Bir- kenstamm habe ich mir einen Raumtrenner gebaut», erzählt sie. Raumausstatterin – Patricia Leuenberger hat den Beruf of- fensichtlich im Blut.
Serie «Mein Job»: Wo arbeiten Sie? Wie arbeiten Sie? Im «Forum» stellen wir regelmässig Menschen in ihrem beruflichen Umfeld vor. Interesse? Melden Sie sich! Redaktion@bernerzeitung.ch (Vermerk: Mein Job).
Der Wandel einer Branche
Bis vor kurzem hiess der Beruf noch Innendekorateur/in. Doch wegen Uneinigkeiten innerhalb der Berufsverbände stand die Ausbil- dung kurz vor dem Aus. Fritz Steffen und ein Berufskollege krempelten die Ärmel hoch und packten die Reform an. Es ging dabei auch um eine klare Abgren- zung von anderen Berufen. «Jetzt wird etwa festgehalten, dass Raumausstatter mit textilen Belägen arbeiten, nicht aber Parkett verlegen», erklärt Steffen. So komme man den Bodenlegern nicht weiter ins Gehege. Beim Berufsbild werden folgende Tätigkeiten aufgezählt: arrangie- ren, einpassen, aufhängen, bearbeiten, fertigen, polstern, montieren.
29 Lernende aus der ganzen Schweiz haben in diesem Sommer nun ihre vierjährige Ausbildung als Raumausstatter/in angefangen. «Eine Erfolgsstory», sagt Fritz Steffen. Die bisherigen Lehrlinge machen ihre Ausbildung nach dem bisherigen System und unter der alten Bezeichnung fertig. (bey)
Pinnwand
   Béatrice Beyeler
Patricia Leuenberger beugt sich über einen hölzernen Stuhl. Das antike Stück bekommt ein neu- es Polster. Konzentriert, mit leicht zusammengezogenen Au- genbrauen, zieht sie die Fäden durch den Überzug. «Das mache ich zum ersten Mal», sagt sie, eine Spur von Verlegenheit liegt in ihrer Stimme. Lehrmeister
Fritz Steffen steht ihr zur Seite und erklärt geduldig, wie sie die Polsternadel richtig setzen muss.
Einmal zugeschaut, greift die junge Frau wieder zur «Spritze». So nennen die beiden die grosse Nadel. Sie führt den Nylonfaden erneut durch den Stoff und zieht kräftig daran, bis ihre Fingerknö- chel weiss hervorstehen. Zimper- lich darf man als Raumausstat- terin nicht sein.
«Mit Möbeln und Einrichtungen zu arbeiten, war schon immer mein Traum.»
Patricia Leuenberger
    Einmal zugeschaut, und schon weiss Patricia Leuenberger, wie sie die Polsternadel richtig setzen muss.
Fritz Steffen zeigt seiner Auszubildenden, wie sie mit den Materialien hantieren muss.



























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